Konventionelle Landwirtschaft
Die Preise für Agrarrohstoffe befinden sich weltweit in einem langfristigen Aufwärtstrend und Experten rechnen auch für die kommenden Jahre mit weiteren Preissteigerungen – aus einem einfachen Grund: Die weltweite Nachfrage nach Agrarrohstoffen steigt stetig. 
Geprägt wird diese Entwicklung gleich durch mehrere Megatrends:
Weltweite Zunahme der Bevölkerung
Rund sechs Milliarden Menschen bewohnen schon die Erde. Und es werden täglich etwa 200.000 mehr. So wächst die Weltbevölkerung um jährlich 80 Millionen. Schon im Jahr 2020 werden es demnach rund zwei Milliarden Menschen mehr sein. Die Zunahme der Bevölkerung hat zur Folge, dass die für einen Menschen verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche stetig sinkt.
Waren es im Jahr 1960 noch 0,45 Hektar wird sich die Fläche bis zum Jahr 2020 auf 0,21 Hektar mehr als halbieren.
Wirtschaftswachstum in Entwicklungs- und Schwellenländern
Doch nicht nur der Anstieg der Weltbevölkerung erhöht den Nahrungsmittelbedarf. Auch wachsender Wohlstand und Globalisierung beeinflussen im großen Maße die Ernährungsgewohnheiten insbesondere in Asien. Statt der traditionellen Reis-, Fisch- oder Gemüsegerichte werden dort immer häufiger Fleisch- oder Milchprodukte verzehert. Experten rechnen damit, dass diese Entwicklung weitergeht und damit auch die Nachfrage nach Getreide steigt.
Denn höherer Fleischverbrauch bedeutet auch einen steigenden Bedarf an Futterpflanzen. Allein um ein Kilogramm Rindfleisch zu erzeugen, müssen zunächst etwa sieben Kilogramm Getreide verfüttert werden.
Zunehmende Urbanisierung
Derzeit lebt knapp die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, im Jahre 2020 werden es schon zwei Drittel sein. Durch die Landflucht entstehen in den kommenden Jahrzehnten nicht nur gigantische Städte, es gibt auch weniger Landbevölkerung, die sich und die Anderen versorgen kann. 
Steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien
Zu den Triebfedern des globalen Agrarbooms gehören auch der Preisanstieg bei Öl, Gas und Kohle sowie der Klimawandel. Immer mehr Staaten setzen auf Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind und Biomasse. Ein großer Teil der Energie kommt dabei aus nachwachsenden Rohstoffen wie Weizen, Mais und Raps. Diese werden in Bioethanol, Biodiesel und Biogas umgewandelt. Vorreiter bei dieser Entwicklung ist Brasilien, das inzwischen mehr als 20 Prozent seines Treibstoffbedarfs mit Ethanol als Benzinzusatz deckt.
Ackerland ist nicht vermehrbar
Im Gegensatz zur stetig steigenden Nachfrage lässt sich das Angebot nicht beliebig erweitern: Die landwirtschaftlichen Nutzflächen sind begrenzt. Seit 1980 stagnieren die weltweiten Anbauflächen für Ge
treide bei etwa 750 Millionen Hektar. Zwar werden bei steigenden Rohstoffpreisen auch weniger fruchtbare Böden wieder attraktiv für die Bewirtschaftung, diese Flächen sind aber ebenfalls nur begrenzt verfügbar. Durch Straßen- und Städtebau werden stetig Agrarflächen vernichtet. Wertvolle Nutzböden werden versiegelt und fallen als Anbaugebiete weg. Zusätzlich führt die rasante Industrialisierung der Schwellenländer zu einem Verlust an Ackerflächen. In den vergangenen 30 Jahren sind beispielsweise in China allein rund zehn Millionen Hektar Ackerland verloren gegangen.
Klimawandel wirkt sich aus
Erwärmt sich die Erdatmosphäre nur um ein Grad Celsius, hat das einen Ernterückgang um rund zehn Prozent zur Folge.
Einen Vorgeschmack auf künftige Ereignisse gibt es bereits in Australien: Aufgrund lang anhaltender Dürreperioden verzeichnet man dort schon seit mehreren Jahren schwache Getreideernten.



